Praxisgemeinschaft Dr. Berberich / Prof. Dr. Ludwig
Praxis für Urologie, Andrologie, Psychotherapie & Sexualmedizin
Urologische Praxisgemeinschaft Frankfurt Höchst
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Früherkennung des Prostatakarzinoms

Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist der häufigste Krebs bei Männern über 50 Jahre. Nach Lungen- und Darmkrebs steht er an dritter Stelle der krebsbedingten Todesursachen beim Mann. Jeder zehnte Mann erkrankt an Prostatakrebs, jeder 30. Mann stirbt daran. Die Häufigkeit von Prostatakrebs nimmt mit dem Alter zu. Dennoch nutzen nur 15-20% der Männer die angebotenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen!


Warum sich ein Krebs an der Prostata (lat. für Vorsteherdrüse) entwickelt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen von Prostatakrebs groß.


Jährlich werden in Deutschland ca. 40.000 neue Prostatakarzinome diagnostiziert, davon nur 5-10% wegen eines verdächtigen Tastbefundes, über 70% wegen eines erhöhten PSA-Werts.


Das Prostatakarzinom macht im Frühstadium nur selten Beschwerden, weil es in den meisten Fällen entfernt von der Harnröhre in den äußeren Drüsen, der so genannten peripheren Zone der Prostata entsteht. Deshalb ist die Früherkennung beim Prostatakarzinom besonders wichtig. Dazu dienen die PSA-Bestimmung aus dem Blut, die rektale (Finger-)Untersuchung und die transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata. Von der Gesetzlichen Krankenversicherung werden Im Rahmen der Früherkennungs-untersuchungen zurzeit allerdings nur die Kosten für die rektale (Finger-)Untersuchung übernommen


Was ist PSA?

Das PSA ist ein in der Prostata produziertes Protein. Es kommt fast ausschließlich in der Prostata vor und ist auch bei gesunden Männern vorhanden. Es lässt sich sowohl in der Samenflüssigkeit, als auch im Blut nachweisen. Die eigentliche Aufgabe des PSA ist die Verflüssigung des Spermas. Das im Blut gemessene PSA wird als Tumormarker für die Früherkennung des Prostatakarzinoms verwendet.


PSA-Bestimmung

Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen. Bei gesunden Männern liegt der Grenzwert – je nach Alter und in Abhängigkeit von verschiedenen anderen Faktoren unter 4 ng/ml. Ein höherer Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, denn der Wert kann auch durch eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) erhöht sein.

Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms

PSA-Wert ng/ml

Prostatakarzinom- Wahrscheinlichkeit

Tumor noch auf die

Prostata begrenzt

< 4

5-10%

>60%

4 -10

20%

50%

10-20

50%

35%

>20

>50%

>20%

PSA-Verlauf

Noch wichtiger als die Höhe des PSA-Werts ist aber ein Anstieg. Deshalb sind regelmäßige jährliche Untersuchungen sinnvoll, um den gemessenen Wert mit individuellen Vorbefunden vergleichen zu können.


Werden mindestens zweimal hintereinander höhere PSA-Werte als 4 ng/ml gemessen, sind Folgeuntersuchungen nötig, um die Diagnose abzusichern. Dazu entnimmt der Urologe mit einer feinen Nadel unter Ultraschallkontrolle Gewebeproben aus der Prostata, die anschließend in einem Institut auf Krebszellen untersucht werden. Es kommt aber auch vor, dass der PSA-Wert nicht erhöht ist, obwohl eine Krebserkrankung vorliegt.


Die Früherkennungsuntersuchung mit dem PSA-Test sollte nur von einem qualifizierten Facharzt durchgeführt werden. Er sollte Sie im Vorfeld auch über den Nutzen, das Risiko und ggf. über notwendige weitere Untersuchungen informieren.


Risikofaktoren für die Entstehung eines Prostatakarzinoms

  • Alter (ab 50 Jahren steigt das Erkrankungsrisiko)
  • Familiäre Belastung (ein Verwandter, Vater oder Bruder = 3-faches Risiko; zwei Verwandte, Vater und Bruder = 10-faches Risiko).
  • Ernährung: rotes Fleisch, fettreiche Kost scheinen das Risiko zu erhöhen, Gemüse (insbesondere Tomaten) und Soja zu senken.
  • Rasse: weiße Menschen haben gegenüber Asiaten ein erhöhtes Risiko.
  • Rauchen
  • Übergewicht

 

Der Untersuchungskomplex zur Früherkennung des Prostatakarzinoms umfasst

  • Beratung
  • Die körperliche Untersuchung
  • PSA-Test*
  • Transrektale sonographische Untersuchung der Prostata, Harnblase und Samenblasen*

*Es handelt sich hierbei um so genannte Selbstzahlerleistungen, die Ihnen privat nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung gestellt werden und die Ihnen von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet werden.


Siehe auch „Früherkennungsuntersuchungen“!